Autor:
Hans Christian Andersen (2. 4. 1805, Odense - 4. 8. 1875,
Kopenhagen)
Werk:
(Auszug aus) "Der Schwan"
Übersetzung:
Heinrich Detering, Frankfurt/M. 1994
Quelle:
Joachim Campe (Hg.) "Matrosen sind der Liebe Schwingen", Frankfurt/M. 1994
Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Andersen schrieb für sein
erstes, 1835 uraufgeführtes Drama "Agnette und der Meermann" das
Lied "Der Schwan". Man kann es als verschlüsselte Selbstdeutung lesen:
Wie der Schwan an Land nicht in seinem Element ist, so Andersen nicht
in der vom bürgerlichen Moralkodex bestimmten Gesellschaft. Und einer
sollte das Lied auch so lesen: Edvard Collin, der Sohn einer Kopenhagener
Patrizierfamilie; zu ihm fühlte er sich von jeher erotisch hingezogen. Collin
reagierte auf diese und andere versteckte Erklärungen des Dramas empört.
Andersen konnte sich innerlich trotzdem nicht lösen.
Der Schwan
Auf der blanken See dort ich seh
Den Schwan, so weiß wie Schnee;
Wer weiß, was er träumt, welche Bilder und Lieder - ?
Ein blutiger Pfeil steckt unterm Gefieder.
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